Diese Tage konnte ich etwas Interessantes beobachten:

Bei einer Feierlichkeit in der Familie fragte ich in die Runde wer zum Geburtstagskuchen einen Kaffee trinken wollte. Alle meldeten sich und ich begann die Kaffees aus den Automaten zu lassen.

Ich selbst hatte am Morgen eine Tasse getrunken und wusste, dass mir die zweite nicht gut tun würde. Also entschied ich, eine Tasse heißes Wasser zu trinken. Ich hatte heute sowieso noch nicht viel getrunken und fühlte, dass sie mir gut tun würde.

„Und du, hast du dir selbst keinen Kaffee gemacht“? fragte mich die Partnerin meines Vaters verwundert als sie in meine Tasse schaute. Wusste sie doch mittlerweile, dass ich aus einer Familie stammte, in der viel Kaffee getrunken wurde.

„Nein, sagte ich, ich möchte jetzt keinen Kaffee trinken, ich trinke heißes Wasser“! Sie schaute mich etwas irritiert an und ehe sie etwas kommentieren oder fragen konnte, wurden wir auch schon wieder in andere Gespräche verwickelt.

Für sich einstehen:

Erst später fiel mir auf, wie einfach und selbstverständlich ich reagiert hatte und das getan hatte was sich in dem Moment richtige angefühlt hatte.

Wie oft machen wir Dinge, weil sie „normal sind“, weil sie sich gehören, weil sie Tradition sind oder weil es alle so tun. In meinem Fall war es die Tradition in der Familie, – zum Kuchen Kaffee zu trinken.

Dadurch übergehen wir aber oftmals die Bedürfnisse unseres Körpers! Wir überhören in dem Moment, was er uns gerade zu sagen hat:

„Gib mir etwas Erfrischendes ich muss meine Säfte wieder auffüllen, die ich heute Morgen bei der vielen Kopfarbeit am PC verbraucht habe“.

Wem schenke ich mein Ohr,- der Tradition oder meinem Körper?

Als ich so darüber nachdachte, wurde mir bewusst, dass ich meinem Körper früher nicht viel zugehört hatte. Die Äußerlichkeiten, das Dazugehören wollen oder der schnelle Genuss waren mir wichtiger als das, was mir mein Körper gerade kommunizierte.

Ich ignorierte ihn und fühlt mich hinterher häufig schlecht. Blähbauch, Schmerzen, Sodbrennen und irgendwie auch ein schlechtes Gefühl mir selbst gegenüber. Die letzten Jahre hatte sich das zum Glück immer mehr verändert.

…und so geht es

Ich kann mich an eine Situation erinnern, als ich einmal mit einer Freundin ins Kino gegangen war.

Wir beide kamen gerade von den jeweiligen Abendessen mit der Familie und waren beide satt. Nachdem wir unsere Kinokarten gekauft hatten, stellte sich meine Freundin in die Schlange der Popkorn- und Getränkeausgabe und fragte mich erwartungsvoll:

„Was möchtest du?“ „Nichts, danke!“, sagte ich und damit war für mich die Sache erledigt.

Aber nicht für meine Freundin:„Hey wir sind im Kino, jetzt sag schon, was willst du?“ hakte sich nach.Ich bestand auf „nichts“, mit der kurzen Erklärung, dass ich wirklich satt sei und sie konnte es nicht fassen.

Doch auf einmal kam sie aus der Schlange getreten ohne etwas gekauft zu haben.

Nach dem Kinofilm meinte sie: „Weißt du was? Ich fand das vorhin echt cool von dir! Ich war zwar auch papp-satt, hätte mir aber aus Gewohnheit trotzdem ein Popcorn und ein Softdrink geholt, – weil´s halt dazugehört. Aber jetzt bin ich richtig froh, dass wir uns nichts geholt haben, danke!“

Und da hatte ich – nur weil ich meinem Körper zugehört hatte – einem anderen Menschen auch noch etwas Gutes getan und dazu verholfen aus seinen Gewohnheiten herauszutreten und positive Erfahrungen damit zu sammeln!

Vielleicht ertappst du dich in nächster Zeit bei einer Gewohnheit. Und vielleicht magst du es dann einmal ausprobieren, wie es sich anfühlt diese zu verlassen und etwas anderes auszuprobieren. Schreibe mir über deine Erfahrung,- ich freue mich darauf 🙂

Möchtest du lernen wie du deinen Körper zuhörst? Möchtest du aus alten Gewohnheiten heraustreten und einig mit dir werden? –> Kontaktiere mich unter dem Stichwort: Gewohnheiten dürfen sich ändern … info@issdichwohl.de