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Gaumenmeditation mit Lachs – eine Geschichte der Hingabe

Gaumenmeditation mit Lachs – eine Geschichte der Hingabe

Ich komme völlig unvorbereitet in die Küche, die Familie hat Hunger und beim Vesper richten für die Kids fällt mir der Lachs wieder in die Hände. Den hatte ich mir am Morgen beim Einkaufen eingesteckt weil er mich total „angemacht“ hatte.

Noch vor dem offenen Kühlschrank stehend erinnere ich mich auch sogleich daran, dass es gut ist die Mahlzeit noch etwas heraus zu zögern, – also tue ich dies indem ich den Lachs noch zubereite.
Währenddessen kann ich mich auch gut unterhalten ? und die restliche Suppe vom Mittag wird auch noch angewärmt.

Der Duft des schmorenden Fisches lässt mir schon das Wasser im Mund zusammenlaufen. Doch ich beginne mit der Suppe. Diese nicht mit dicken Backen zu essen ist eine Kunst die mir noch nicht zuteil geworden ist. Also sitze ich auch vor der plaudernden und ständig fragenden Familie und schiebe meine Flüssigkeit möglichst lange im Mund hin und her, und sehe dabei vermutlich aus wie ein Hamster.

Dann aber kommt der Lachs. Er ist wirklich eine Gaumenwonne! Die Konsistenz ist schier unbeschreiblich. Sanft, ja fast zart geschmeidig, dazu das Aroma der Gewürze… eine Wonne für den Gaumen. Das Gefühl ist so schön, dass ich das erste Mal das Gefühl habe den Bissen niemals wieder hergeben zu können. Auch nicht meinem wartenden schmähenden Magen.

Bei 55 höre ich auf zu zählen, schließe die Augen und wünsche mir der Augenblick gräbt sich unwiderruflich in mein Bewusstsein ein.

Ich schmaue den zweiten und dritten Bissen und kann mir zum jetzigen Zeitpunkt nicht vorstellen, dass die 400 g Lachs den Abend außerhalb meines Gedärmes überstehen.

Aber ich höre tatsächlich nach der ersten Portion auf! Weniger aus Vernunft sondern weil es einfach gut ist. Jetzt. Ich genieße noch lange beim gedeckten mittlerweile personenlosen Tisch und räume einige Zeit später die Küche auf.

Weiter Erkenntnis des Tages:
Ich kann auf einmal die Vorlieben der meisten Kinder verstehen: Alles einzeln zu essen. Ich selbst bin (oder war) ein Fan von Eintöpfen und alles „zusammengewürfelte“ . Je mehr Zutaten desto besser.
Jetzt wird mir klar dass das gegen die Natur ist und Babys/Kinder die einzelnen Zutaten erst einmal kennenlernen und ergründen müssen und wollen, – also erschmauen!

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Die Sache mit dem „mehr wollen“

Die Sache mit dem „mehr wollen“

Jetzt habe ich wirklich Lust einmal Brot zu essen (ups – zu schmauen). Ich toaste mir eine Scheibe, bestreiche sie mit Butter und beiße erst einmal so ab. Zum Schmecken, testen, hineinfühlen.

Es lässt sich locker über dreißig Mal kauen und der Röstgeschmack gibt ihm eine gute Note. Die Butter ist natürlich schon geschmolzen und hat dadurch auch einen viel intensiveren Geschmack.

Ich kann mich während dem Schmauen sogar gut unterhalten J

Als nächstes möchte ich das Brot mit Käse probieren. Es ist ein mir unbekannter Käse (da ich gerne was Neues ausprobiere ist dieser beim letzten Einkauf mit in den Einkaufswagen gekommen). Offensichtlich war es eine gute Wahl, – das mundgerechte Stück Brot mit dem ebenso großen Stück Käse schmeckt hervorragend. Würzig, pikant mit Röstnote, hmmhhhh, ich schmaue hingebungsvoll mit geschlossenen Augen.

Interessanterweise ist nun alles andere, was auf dem Tisch steht völlig belanglos. Das kenne ich anders! Normalerweise läuft das nach dem Motto ab: Was könnte ich als nächstes essen, was kombinieren? Soll ich zum Käsebrot noch Oliven essen oder mir ein Stück Apfel abschneiden, oder es mit Radieschen belegen? Da ist die nächste Scheibe schon in Geiste belegt während man noch mit der ersten zugange ist. Auf die Idee zu kommen, dass der Körper signalisieren könnte, dass nach einer Scheibe gut ist, plant das Gehirn schon den nächsten Gaumenkick.

Aber diesmal nicht. Ich bleibe im hier und jetzt mit meinem Käsebrotbrei im Mund. Erst wenn der Mundinhalt verschmaut ist wird der nächste Bissen vorbereitet.

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Das Essen wird immer schöner und wertvoller

Das Essen wird immer schöner und wertvoller

Mittags kommt meine Tochter hungrig von der Schule und frägt mich was es heute zu essen gibt. Offengestanden, ich weiß es nicht! Wie so oft.

Mit dem Blick ins Gemüsefach des Kühlschrankes gehe kurz in mich und schau bzw. fühle, nach was es mir heue gelüstet, nach was mein Körper verlangt:
„Es gibt Kartoffeln mit Champignons-Chicoréegemüse und überbackenen Schafskäse, meine liebe Tochter, – für dich natürlich ohne Schafskäse“! (Sie darf keine Laktose zu sich nehmen, da sie unter einer Stoffwechselkrankheit leidet, die eine lebenslange laktosefreie Diät erfordert). Dazu machen wir den Rest Feldsalat.

Da das Hinauszögern der Mahlzeiten ja erwünscht ist um den Gaumen auch so richtig in Vorfreude zu bringen und den Speichelfluss anzuregen sehe ich die Zubereitungs- und Garzeit als eine wertvolle Zeit an. Jetzt genieße ich nicht nur das Kochen an sich sondern auch die Garzeit (die ich sonst eher ungeduldig und auf den Hungergefühl konzentriert ausharrte). Vorfreude ist ja bekanntlich die schönste Freude :)

Die Mahlzeit ist angerichtet. Von Mal zu Mal (oder auch Mahl zu Mahl) erscheint es mir viel leichter, nicht gleich alles in mich hineinzuschlingen. Trotz gutem Geruch/Aussehen und Appetit.

Die Verlagerung auf „das zu genießen und auszukosten was sich aktuell im Mund befindet“ , auf den Geruch, auf das Aussehen, auf die Reaktionen des Körpers, das alles verändert die ganze Atmosphäre beim Essen. Ja auch die ganze Einstellung dazu. Es wird viel ruhiger, es entschleunigt. Und es wird dadurch auch noch viel wertvoller. Nicht dass ich gutes Essen nicht vorher schon gewertschätzt hätte, aber das extreme verarbeiten der Eindrücke beim Essen vervielfacht den Wert eben doch noch einmal um einiges.

Ich genieße dieses köstliche Mahl mit meiner Tochter und bin erstaunt darüber, dass ich mittlerweile noch länger am Essenstisch verweile wie sie. Denn normalerweise aß sie immer viel länger als ich, oder aber ich war schon mit der zweiten Portion fertig während sie immer noch am ersten Teller verweilte.
Die Zeit für so ausgiebiges Essen werde ich natürlich nicht immer zur Verfügung haben, deshalb bin ich sehr gespannt wie es weitergeht.

Eine weitere Veränderung bemerke ich jetzt auch schon an der Menge. Gestern verkleinerte ich meine Gemüse-Abo-Kiste! Wer soll das denn alles essen? Jetzt wo ich grundsätzlich mit einer Portion satt bin, nicht mehr alles in einem Topf schmeiße…
auch das Kochen ist eine Umstellung auf „klein“. Zwar esse ich auch gerne eine Mahlzeit doppelt, z. B am Mittag und am darauffolgenden Abend oder die Kinder/ der Mann isst noch abends warm, aber zu viel ist einfach zu viel. Und das gute Gemüse wegschmeißen, wo so viele Hände, Menschen, Mühen drinstecken, – das kommt gar nicht in Frage.

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Die Entscheidung ist gefallen, ich bleibe Schmauer

Die Entscheidung ist gefallen, ich bleibe Schmauer

Heute gibt es mein Lieblingsgericht: Chili sin carne. In der Vergangenheit bin ich bei diesem Gericht niemals unter drei Tellern vom Tisch gegangen (oder ich hatte zwei „offizielle“ Teller und den restlichen habe ich beim Küche aufräumen oder ablecken der Schöpfkelle/des Topfes etc. zu mir genommen)

Das ist heute also der ultimative Test ob schmauen auch gegen Gier und Überessen hilft. Es ist weniger so, dass ich es mir fest vornehme oder ich mich heute in besonderer Disziplin übe. Nein, ich lasse es drauf ankommen. Da ich weder abnehmen will noch unter Reizdarm o. ä Dinge leide kann ich es gut drauf ankommen lassen und bin selbst gespannt was passiert.
Das Abschmecken des Gerichts bestätigt, dass dies tatsächlich zu eines meiner Lieblingsgerichte gehört, Es ist mal wieder hervorragend.

Ich zögere die Mahlzeit sogar noch etwas hinaus, aber schließlich sitzen wir alle am Tisch und die Mahlzeit beginnt offiziell.
Ich schmaue ohne Probleme meine kleine Portion auf dem Teller. Es macht mir richtig Freude nicht zu schlingen sondern jeden Bissen voll auszukosten, voll zu schmecken und zu durchdringen. Es schmeckt herrlich und mein Körper scheint regelrecht nach den Inhaltsstoffen zu verlangen. Nach der ersten kleinen Portion geht es mir schon hervorragend, aber ich hole mir nochmal eine kleine Portion nach. Nach dem Motto, das gehört zu dem Gericht einfach mit dazu.
Aber das schönste kommt noch:

Ca. 1.5 Stunden später mache ich Qi Gong und Yoga. Ein Yogalehrer meinte einmal, dass man (egal wie lange man Yoga schon praktiziert) man immer noch tiefer fühlen kann und immer noch neuere Schichten im/am Körper entdeckt (im Geist und in der Seele übrigens auch).

Was soll ich sagen, seitdem ich schmaue ist das tatsächlich der Fall, – und zwar fast täglich (vorausgesetzt ich mache auch wirklich täglich Übungen)! Ich fühle mich immer durchlässiger, geschmeidiger, leichter. Wie ein Katze.
Das ist es, was mich dazu motiviert, meine neue Errungenschaft weiter zu verbreiten. Ich wünschte mir, jeder könnte so ein wundervolles Körpergefühl haben.

Aber dazu braucht es die Umsetzung des Schmauens! Es ist neben dem „was ich esse“ ein Turbo zum absoluten Wohlgefühl. Das Zauberwort „wie ich etwas esse“ wird also zum nächsten großen Projekt in meinem Leben. Und wenn es ähnliche Auswirkungen hat wie damals die Umstellung auf die Ernährungsweise nach TCM wird es ein erfreulicher, gesunder und unglaublich lebensbereichernder Weg.

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Nur 2 Plätze frei “1:1 Prozessbegleitung”


Hier handelt es sich um eine einmalige Gelegenheit mit meiner ganz persönlichen Begleitung.
Unbedingt weiterlesen...